KEIN STRESS MIT DER MOORINGLEINE
Ein kleiner Trick hilft beim römisch-katholischen Anlegen
„Römisch-katholisch“ wird das Standard-Anlegemanöver im Mittelmeer genannt. Kein Mensch weiss wieso. Hingegen wissen alle, was es bedeutet: Stress mit der Mooringleine. Das muss nicht sein. Die Mooringleine braucht bei weitaus den meisten Anlegemanövern keineswegs im Garacho zum Bug gebracht und subito dichtgeholt und festgemacht zu werden. Eile ist nur geboten, wenn ein kräftiger Seitenwind bläst. Oder wenn der Skipper sich entschliesst, mit dem Heck zur Pier zu liegen, obwohl der Wind direkt von vorne kommt. Es empfiehlt sich in diesem Fall oft, mit dem Bug an die Pier zu manöverieren. Mit dem Heck im Wind ist das Schiff wesentlich leichter zu kontrollieren.
Bei kleiner Crew ist man zudem überfordert, wenn die Heckleinen ausgebracht werden müssen und gleichzeitig jemand die Mooringleine aufnehmen und belegen soll. Kommt Hektik auf, landet die Mooringleine gelegentlich wieder im Wasser und man beginnt von vorne. Der Stress wächst exponentiell an.
Den Motor einsetzen
Mein Tipp, oft und mit gutem Erfolg angewandt, wenn meine Frau und ich alleine segeln: Ruhig anfahren und beide Heckleinen ausbringen und belegen. Die Luvleine hat dabei selbstverständlich Vorrang. Sind die beiden Leinen fest, so gibt man mit der Maschine Schub voraus, und zwar nicht zu zaghaft. Der Schub voraus wirkt dem Winddruck entgegen, das Boot bleibt stabil liegen. Nun wendet man sich der Mooringleine zu. Der Apéro dient dann nicht dem Adrenalinabbau, sondern der Einstimmung auf einen schönen Landgang. (hed) |