Auftrieb und Qualität sind entscheidend
Automatikwesten für Hochseetörns
Automatikwesten sind in. Sie sind angenehmer zu tragen als Feststoffwesten und sehen wesentlich besser aus. Doch so gross das Angebot an diesen Westen ist, so unterschiedlich ist auch deren Eignung je nach Einsatzgebiet. Die weitaus meisten Westen werden für Binnenseen gekauft, aber auch auf Hochseetörns getragen. Es ist klar festzuhalten: diese Westen bieten weder auf Küstentörns noch auf hoher See ausreichende Sicherheit.
Wer eine automatische Rettungsweste anschaffen will, die auf Hochseetörns zum Einsatz kommen soll, muss wissen, wie ein solches Produkt beschaffen ist. Der Preis spielt nur eine untergeordnete Rolle; das Schnäppchen für unter hundert Euro schont zwar den Geldbeutel aber nicht das Leben!
Newton heisst das Mass der Dinge
Bei einer Rettungsweste ist der Auftrieb das Wichtigste. Die Auftriebsleistung wird in Newton angegeben. Zur Erläuterung: Ein Newton entspricht der Kraft, die eine Masse von einem Kilogramm in einer Sekunde einen Meter weit befördern kann. Auf einer Hochseeyacht dürfen meiner Meinung nach für jede Person mit einem Körpergewicht ab 50 Kilogramm nur Rettungswesten mit einem Aufttrieb von 275 Newton (N) verwendet werden. Sie alleine bieten ausreichend Gewähr, dass Mund und Nase auch mit schwerer Kleidung und rauher See über Wasser gehalten werden und die Person in Rückenlage gedreht wird. Selbst für Kinder mit deutlich geringerem Körpergewicht würde ich die Auftriebsuntergrenze bei 150 N ansetzen.
Nach dem Auftrieb ist auf die Qualität der verwendeten Materialien und deren Verarbeitung zu achten. Die Gewebe müssen reissfest sein, metallische Teile korrosionsbeständig auch im Salzwasser. Zudem dürfen letztere den Steuerkompass in einem Abstand von 50 Zentimetern nicht mehr ablenken. Die Luftkammern müssen gelb oder rot und mit möglichst viel reflektierendem Material versehen sein. Die Trillerpfeife muss auch im Wasser funktionieren. Zwingend muss eine Befestigungsmöglichkeit vorhanden sein, an welcher der Verunfallte aus dem Wasser gezogen werden kann, zum Beispiel bei einer Rettung aus der Luft. Diese Öse muss einer Belastung von 2600 N bei Erwachsenen standhalten, bei Kindern 1500 N, und sie muss mitten auf der Brust angebracht sein. Ein sehr sinnvolles Feature ist eine sogenannte Sprayhood. Sie kann über Kopf und Atemwege gezogen werden. Sie ermöglicht das Atmen bei fliegender Gischt.
Regelmässige Wartung
Kaufen Sie nur Markenprodukte, die vom Hersteller auch gewartet werden und alle erforderlichen Normen erfüllen. Halten sie die Wartungsfristen ein. Zu beachten ist, dass Wartungen meist mehrere Wochen in Anspruch nehmen. Ob die Patrone zwischen zwei Wartungen Luft verloren hat, können Sie selbst überprüfen; sie brauchen hiezu nur die Patrone zu wägen. Entspricht das Gewicht abzüglich der Tara nicht mehr der Sollfüllmenge, so ist die Patrone zu ersetzen.