Eine Reise durch drei verschiedene meere
Überführung Samos-Trogir, 28. Oktober bis 10. November 2007
Samos empfing uns mit sonnigem und warmem Wetter. Die Insel, nur einen Kilometer vom türkischen Festland entfernt, war einst Wirkungsstätte des Mathematikers Pythagoras. Tabak, Olivenöl, Zitrusfrüchte sind typische Erzeugnisse des landschaftlich reizvollen Eilandes. Und Wein, von dem wir Gott sei Dank einige Flaschen bunkerten. Ein runder Tropfen, reich an Aromen und mit langem Abgang, gerade richtig, um ein herzhaftes Essen an Bord stimmungsvoll zu begleiten.
Zeit, Samos zu erkunden, blieb nicht. Die Yacht, eine geräumige, gut ausgestattete Sun Odyssey 54 DS, musste klar gemacht werden. Am frühen Montagnachmittag wollten wir auslaufen – ein erster langer Schlag quer durch die Ägäis bis nach Aegina im saronischen Golf war vorgesehen.
Vorerst segelten wir uns aber ein. In der engen Durchfahrt zwischen Samos und der Türkei blies ein frischer Wind, den wir zum Wenden, Halsen, Reffen und für das obligate MOB-Manöver nutzten. Dann richteten wir unseren Bug westwärts. Ikaria liessen wir steuerbords liegen, Mykonos während der Nacht an Backbord. Wir passierten Kea und Siros und liefen dienstagabends in Aegina ein.
Der Kanal von Korinth und die Brücke von Patras
Anderntags stand die Durchfahrt durch den Kanal von Korinth an. Für alle eine Premiere und ein bleibendes Ereignis. Der Schlag führte uns danach durch den Golf von Korinth in den Golf von Patras, an dessen Eingang wir die elegante neue Brücke passierten. Schliesslich ging es nordwärts durch die südlichen ionischen Inseln nach Lefkas. Zwei der insgesamt drei langen Schläge waren damit bewältigt. 367 Seemeilen lagen im Kielwasser.
In einem vergleichsweise kurzen Schlag von knapp 50 Seemeilen erreichten wir Gaios auf Paxoi, wobei wir eine Gewitterzelle zu durchsegeln hatten, die uns dreissig Knoten Wind bescherte. Der pittoreske Hafen liegt gut geschützt am Ende eines längeren Fjord-artigen Kanals. Am nächsten Tag liefen wir in der Gouvia Marina auf Korfu ein. Wir bunkerten Diesel und frische Vorräte. Wir klarierten auch gleich aus. Mit einem feinen Dinner in einem gediegenen Restaurant in der Marina verabschiedeten wir ein Crewmitglied und hiessen ein neues willkommen.
Durch Gewitterzellen nach Dubrovnik
Am Sonntagvormittag liefen wir wieder aus. Vor uns lag die Strasse von Otranto und dann die recht lange Strecke entlang von Albanien und Montenegro mit Bosnien-Herzegowina im Hintergrund bis nach Dubrovnik in Kroatien. Es war Wind erst aus Nordwest (sehr ungünstig) und dann aus Nordost (etwas günstiger) angesagt, der gelegentlich auf gute dreissig Knoten auffrischen sollte. Motorstrecken wechselten ab mit kürzeren und einer langen Strecke unter Segeln. Gewitterzellen begegneten uns, denen wir bis auf eine ausweichen konnten. Dubrovnik erreichten wir Montagabend exakt um 20.00 Uhr. Nach dem Einklarieren anderntags gönnten wir uns einen Tag zur Besichtigung der Altstadt – ein wahres Kleinod mediterraner Baukunst.
Via Korčula erreichten wir das hübsche Starigrad auf der Insel Hvar. Seit der Ankunft in Dubrovnik genossen wir reichlich Sonnenschein, obwohl die Temperaturen im Vergleich zu Griechenland schon recht frisch waren. Nun aber war schlechtes Wetter angesagt. Der Navtex warnte sogar vor einem Trogsturm in der Adria. Gut, war unser Ziel so nah. Wir erreichten Trogir am Freitagmittag. Eine Reise durch drei verschiedene Meere, die Ägäis, das ionische und das adriatische Meer, lag hinter uns.
Zurückgelegte Seemeilen: 777. Die Crew: Markus Gätzi, Niklaus Nidecker (Skipper-Stv.), Eva Schreiber, John Schrempft, Thomas Stäheli (bis Korfu), Bernhard Borner (ab Korfu). Der Skipper: Heinz Ernst Daester. Segelyacht Toro del Mar, Sun Odyssey 54 DS. |
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