Strammer Meltemi
Meilentörn Kykladen, 10. bis 17. Juni 2000
Beim Einsegeln und beim Mann-über-Bord-Übungsmanöver vor der Alimos Marina in Kalamaki wehte es von Nordwest mit Windstärke Fünf. Beim Kap Sounion waren es dann sieben Beaufort mit bereits etwas rauherem Seegang. Mit zwei Reffs im Gross und stark eingedrehter Genua verliessen wir den saronischen Golf und wagten uns hinaus in die Kykladen, Kurs Kythnos. Unser Ziel: die wunderschöne Bucht Apokriosis im Nordwesten der Insel, die wir gegen 19.00 nach einer gelegentlich zwar nassen, aber schliesslich doch problemlosen Überfahrt erreichten.
Viel Wind und eine unklare Reffleine
Am nächsten Morgen hievten wir den Anker bereits um 05.00 Uhr. Vor uns lag der geplante lange Schlag nach Amorgos mit gut 95 zurück zu legenden Meilen. Lange mussten wir nicht auf den Meltemi warten. An der Südspitze der Insel setzten wir die Segel, ein Reff im Gross, die Genua nur als Fock eingesetzt. Fünf Beaufort zeigte das Anemometer an. Bald kletterte es auf eine Sieben, der Seegang schwoll an. Es galt, das nächste Reff einzubinden. Eine unklare Reffleine verhinderte die Absicht, wobei der Wind während dem Versuch, mit dem Grosssegel klar zu kommen, um ein weiteres Beaufort zulegte und der Seegang mittlerweile schon recht beeindruckende zweieinhalb bis drei Meter hohe Brecher aufwarf. Die Reffleine liess sich nicht klarieren, weshalb wir das Grosssegel strichen und uns entschlossen, nach Kamarai auf Siphnos abzulaufen, ein hübscher Ort, nebenbei bemerkt. Bevor wir uns aufmachten, Kamarai zu erkunden, klarierten wir die Reffleine, das Log, das den Dienst versagt hatte und ersetzten zwei gebrochene Mastrutscher.
Dem Meltemi geht die Puste aus
Als neues Ziel wählten wir alsdann Monemvasia aus, das an der Ostküste des Peloponnes liegt. Da während der Nacht heftige Fallböen über Kamarai fegten, verschoben wir das Auslaufen von 05.30 auf später. Um 10.00 war es soweit. Ein herrlicher Schlag erwartete uns. Um 22.45 Uhr lagen wir fest. Am nächsten Tag ging es nordwärts, Hydra hiess das Ziel. Kreuzen war angesagt. Nochmals liess uns der Meltemi seine Kraft spüren, in den Böen pustete er uns gute sieben bis acht Beaufort in die Tücher. Allerdings nicht mehr für lange; ein schöner konstanter Wind brachte uns zügig zum argolischen Golf, wo sich der Meltemi gegen Abend schliesslich legte.
Interessanter Nachtschlag nach Poros
Noch vor der Geisterstunde warfen wir unser Eisen in die Mandraki-Bucht, wo wir eigentlich die Nacht verbringen wollten. Es zeigte sich aber, dass ein Teil der Bucht für Hotelgäste abgesperrt war, was uns zum Ankern auf über 20 Meter Tiefe zwang. Des unsicheren Liegens wegen entschlossen wir uns besseren Schutz zu suchen und es hiefür zuerst im an und für sich stets überfüllten Hafen von Hydra zu versuchen, der gleich um die Ecke liegt. Ein Platz wäre zwar frei gewesen, doch der Anker hielt auch beim dritten Versuch nicht. Poros, unsere zweite Alternative, kam nun zum Zug. Ein erlebnisreicher Nachtschlag lag damit vor uns, mit kniffligen Navigationsaufgaben, vor allem bei der Suche nach dem Eingang zur Durchfahrt zwischen Poros und dem Festland, die selbst bei Tage kaum auszumachen ist. Um 04.15 lagen wir dann endlich fest. Nach wenigen Stunden Schlaf nutzten wir den Tag nochmals, um unser Meilenkonto zu erhöhen. Am letzten Tag war Baden angesagt sowie die Rückfahrt zur Alimos Marina, Ausklang eines mit Erlebnissen reich gespickten Törns.
| Zurückgelegte Seemeilen: 386. Die
Crew: Priska und Martin Benninger, Danielle und Alexandre Klug, Hans Kunz, Beatrice und Marc Oehler. Skipper: Heinz Ernst Daester. |
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Hintere Reihe (von links): Danielle Klug, Heinz Daester, Martin Benninger. Vordere Reihe
(von links): Alex Klug, Priska Benninger, Hans Kunz, Beatrice und Mark Oehler.
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