fantastische Inselwelten

Channel Islands, England, 22. Juni bis 7. Juli 2007


Der Törn begann mit einem ausgedehnten Seafood-Dinner in der Altstadt von St. Malo. Austern, Miesmuscheln, Krabben, Prawns, alles beinahe à discretion und hervorragend zubereitet. Die Prawns, auch Gambas oder schlicht Riesencrevetten genannt, avancierten dabei zum Lieblingsschmaus der Crew. Wann immer sich eine Gelegenheit bot, wurden Prawns aufgetischt - zum Leidwesen der Bordkasse. Gesegelt wurde auch, und zwar recht tüchtig unter meist kräftigen Winden. Die Sonne schien, wie das im Ärmelkanal eben so der Fall ist, nicht immer und die Temperaturen waren gelegentlich frisch. Doch das Gebiet wiegt solches auf. Die Inselwelt ist schlicht fantastisch und die Erlebnisse deshalb von besonderer Nachhaltigkeit.

Via Alderney nach England

Unsere erste Station machten wir in St. Helier auf Jersey. Am nächsten Tag heulte der Wind durchs Hafenbecken und wir verschoben die Weiterreise um einen Tag. Dann ging es nach Alderney, die nördlichste Kanalinsel und unser Absprunghafen für die Kanalüberquerung. Vorerst genehmigten wir uns aber einen Tag zur ausgiebigen Inselerkundigung. Am Donnerstag hiess es: Leine los, auf nach England. Ein frischer Südwester begleitete uns und bevor wir die Küste erreichten, waren alle Reffmanöver durchgespielt. Poole hiess unser erste Anlaufstation in England. Danach folgte ein herrlicher Segelschlag nach Cowes auf der Isle of Wight. Kreuzen vor dem Wind, bei Sonnenschein und sechs bis sieben Beaufort. Unvergesslich die Fahrt durch den Solent bei Flut und tüchtig schiebendem Wind.

Dann kam der Regen, wodurch das Landprogramm auf eine Tour durch die Pubs und aufs Shoppen reduziert werden musste. Zudem gerieten wir zunehmend in den Einflussbereich eines neuen Tiefs. Wieder waren stürmische Winde angesagt. Leider aus der Richtung, in die wir unseren Bug für die erneute Kanalüberquerung zu richten hatten. Wir beeilten uns, die Strecke unter den Kiel zu nehmen bevor sich die Prognose bewahrheiten konnte. Gegen halb Acht am Samstagabend liefen wir in Cowes aus, zwanzig Minuten vor elf Uhr am nächsten Morgen machten wir an einer Boje in Alderney fest. Wenige Seemeilen vor der Einfahrt in die gut geschützte Bucht gab es Anschauungsunterricht, was für einen Seegang der Strom zu Springzeiten im berühmt-berüchtigten Alderney-Race aufzuwerfen imstande ist. Die Brecher waren furchterregend und man tut gut daran, die Gebiete mit den sogenannten Overfalls sauber auf der Karte zu lokalisieren und eher weiträumig zu umfahren.

Unser Ziel am folgenden Tag hiess St. Peter Port auf Guernsey. Wir erkundigten uns vor dem Auslaufen bei Alderney Radio, ob für das Gebiet eine Sturmwarnung bestehe, was nicht der Fall war. Zu erwarten war aber ein kräftiger Westwind, der dann gelegentlich auch sieben Beaufort erreichte. Der Schlag, bei Sonnenschein zurückgelegt, war vom Feineren. Auch Guernsey ist eine tolle Insel; sie lädt zu jeder Art von Wassersport ein, aber auch zum Wandern. Wir verweilten einen Tag und bereuten es nicht.

Zum Schluss eine Motorpanne

Auch auf unseren letzten beiden Schlägen via St. Helier zurück nach St. Malo blieb uns der kräftige Wind und Seegang erhalten. Auf dem letzten Teilstück machte uns dann noch der Motor zu schaffen. Er setzte aus, liess sich später jedoch wieder starten.Vorsichtshalber baten wir via Handy um Hilfe für die Kanaleinfahrt nach St. Malo. Die Ströme in der langen Einfahrt sind schlicht zu stark und der Wind hatte, nachdem wir 29 Seemeilen bei einem frischen Südwester unter Segel zurückgelegt hatten, auch nachgelassen. Ohne ausreichend Wind und ohne Motor ist der Kanal nicht zu schaffen. St. Malo bietet für solche Fälle einen kostenlosen Service an. Controlocean nennt sich die Organisation. Sie schickte uns ein Motorboot, das uns die letzten zwei Meilen in den Hafen von Les Bas Sablons geleitete. Wir mussten die Hilfe nicht in Anspruch nehmen, beruhigend war sie aber schon.


Zurückgelegte Seemeilen: 372. Die Crew: Walter Haefeli (Skipper-Stv.), Christian Haefeli, Hans Strickler, Daniel Daester. Der Skipper: Heinz Ernst Daester. Die Köchin: Marlene Daester. Segelacht Outremer, Sun Odyssey 49.

 


Zum Auftakt Meeresfrüchte, hervorragend zubereitet und reichlich serviert.

Unterwegs bei etwas frischeren Temperaturen. Im Hintergrund der oft fotografierte Leuchtturm Corbière im Südwesten von Jersey.

Cowes auf der Isle of Wight.

Hungrige Möven.

Spektakuläres Schauspiel auf Alderney: Brechende Wellen überfluten die Hafenmauer.

Guernsey lädt zum Wandern ein.

Köstliche Meeresfrüchte.

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