Meilen, Drinks und gute Beizen

Elba, Korsika, Giglio, 29. April bis 5. Mai 2006


Geplant war ein Törn rund um Korsika. Die italienische Wetterprognose liess hiezu nur einen Entscheid offen: die Insel im Gegenuhrzeigersinn zu umsegeln, da für die nächsten Tage nördliche Winde angesagt waren. Doch erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt. So war es denn auch.

Geänderter Plan

Unser erster Schlag führte vorerst folgerichtig von Portoferraio auf Elba nach Macinaggio, unweit des Cap Corse gelegen. Ein garstiger Nordwester mit Regen und unangenehmer Welle machte das letzte Stück recht beschwerlich. Ein Besuch im Club de Vela in Macinaggio - das Restaurant kocht die beste Fischsuppe auf der Insel - liess uns die Anfangsstrapazen indessen rasch vergessen.

Am nächsten Tag meldete Metéo France auffrischende Winde aus Südwest, die für eine Weile vorherrschen würden. Der Plan musste geändert werden. Es hätte ansonsten bedeutet, die gesamte Westküste Korsikas gegen den Wind zu bewältigen - keine verlockende Aussicht. Ausserdem wurde eine Starkwindwarnung exakt für jenes Gebiet ausgegeben, das wir als nächstes hätten durchfahren müssen (von Cap Corse bis nach Calvi).

Giglio anstelle von Bonifacio

Wir entschieden uns südwärts nach Solenzara zu laufen, um allenfalls die Umrundung via Strasse von Bonifacio anzugehen. Wir erreichten die hübsche Marina kurz nach 22 Uhr. Bei einer feinen Pasta entschlossen wir uns dann, die Umrundung fallen zu lassen und stattdessen nach Giglio zu segeln. Eine Strecke von gut 90 Seemeilen quer durch das thyrrenische Meer war folglich zu bewältigen. Wir liefen früh aus und erreichten den pittoresken Hafen gegen 19 Uhr. Feine Drinks wurden zum Apéro serviert; wir hatten einen Hobby-Barkeeper an Bord, der als Profi glatt durchgegangen wäre. Ein Restaurant war danach rasch gefunden. Es bot Ausblick auf den Hafen und eine sehr gute Küche. Die Stimmung war ausgezeichnet, auch nachdem die Zeche bezahlt worden war.

Via Porto Azzurro segelten wir danach nach Marciano Marina, wo wir erneut ausserordentlich erfolgreich mit der Suche nach einem feinen Restaurant waren. Moderate nördliche Winde erlaubten auch am nächsten Tag nochmals entspanntes Segeln.

Zurückgelegte Seemeilen: 336. Die Crew: Monika und Josef Dettling, Walter Haefeli, Stephan Lutz, Matthias Pfanner (Skipper-Stv.) Der Skipper: Heinz Ernst Daester. Segelyacht Chattanooga, Sun Odyssey 49.

 


Ein Hoch auf den Törn - Segeln lässt manchmal ausreichend Zeit zur Entspannung.

Unterwegs mit einer Backstagbrise.

Stimmung ausgezeichnet: Ein Törn, bei dem kulinarische Erlebnisse nicht zu kurz kamen.

Im Hafen von Giglio. Zeit, die Wäsche zu trocknen.

Wind in den Segeln.

 


 


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